karrierepuzzle-teilchen, christian bürger

gabriele köhler-gräf interviewt und porträtiert christian bürger und andere junge rhein-main-karrieren in ihrem werdegang für ihren blog karrierepuzzle-teilchen.
DER BLOG SOLL FÜR JUNGE MENSCHEN, STUDENTEN UND SCHÜLER eine informationplattform bieten. eine gute sache, findet christian bürger und stellt sich zur verfügung!

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Hin- und her gerissen zwischen Sehnsucht und Verantwortung erscheint mir der junge Mann des heutigen Interviews zu sein.

Christian Bürger, Inhaber des Szenefriseurladens schönschräg in Wiesbaden ist 32 Jahre jung und rastlos. Man merkt ihm an, dass er seine Karriere immer wieder gegen Widerstände gemacht hat.

Zunächst war da die Wahl der Realschule und dann sogar der Oberstufe statt der Lehre nach der Hauptschule. Der Vater hätte ihn gern im heimischen Bauunternehmen gesehen. Immerhin hat der Sohn oft auf dem Bau gejobbt. Doch irgendwie war das nicht Christians Welt. Also geht er weiter zur Schule, doch die Theorie ödet ihn in der Tat an und er schmeißt das Abitur nach der 12. Klasse. Mit klarer Entschlossenheit wird er sich dennoch in Offenbach an der Hochschule für Gestaltung vorstellig und erhält prompt eine Abfuhr. Aber kreativ ist Christian, das steht außer Frage. Bleibt immer noch die Überlegung „wohin mit den ganzen Ideen“.

Eine Freundin nimmt ihn mit nach Frankfurt auf die „Hair & Beauty“. Hier macht es klick: Christian wird Friseur. Er macht aus den Lehrjahren Wanderjahre und zieht von einem Salon in Kirchheimbolanden, seiner Heimatstadt, in  den nächsten nach Mainz und dann zum dritten, wo er seine Ausbildung abschließt. Doch die Rheinhessische Welt ist definitiv zu klein für den hungrigen Friseur Bürger, also macht er die Meisterschule und geht nach Berlin.

Mutig, blauäugig und konsequent stellt er fest, dass die Hauptstadtszene nicht auf ihn gewartet hat. Doch er nutzt die Gunst verschiedener Stunden und arbeitet auf Zeit in unterschiedlichen Läden, bis das Glück ihm in die Füße spielt. Als er einen neuen Laden betritt, um nach einer Chance zu fragen, gibt er sich die Klinke mit der Lizenzmeisterin in die Hand. Und wird technischer Betriebsleiter. Berlin ist cool, hat offene Menschen und es gibt viel zu lernen. Aber auch viele trendige Konkurrenz. Mit 24 Jahren ist Christian Bürger Chef in Anstellung und noch nicht am Ende seiner Ideen.

So schön Berlin ist, so sehr ist seine Heimat der Raum Mainz / Wiesbaden. Die Berliner Zeit geht vorbei und sein Herz holt ihn heim.

Inspiriert, vertrauensvoll und waghalsig mietet er Räume in Wiesbaden auf der Rückseite des Ibis-Hotels an. schönschräg erwacht zum Leben. Nach ganz eigenen Vorstellungen entsteht ein unkonventioneller Friseurraum, wo sich weit mehr als Frisurendesign abspielt. Anderen Schöpfern der Region bietet er eine Plattform, in dem es Design und Klamotten zu kaufen gibt und mit „Lokale Helden“ netzwerkt er sich einen Namen über die manchmal konservative Wiesbadener Welt hinaus.

Nach sechs Jahren hat er zehn Mitarbeiter und ist immer wieder zwischen „noch mehr Ideen“ und gleichzeitig „so viel Verantwortung“ hin und her gerissen. Der Job ist anstrengend und das Herz braucht „Auslauf“. Seine Inspiration holt sich Christian in den Metropolen dieser Welt, von denen Wiesbaden so ein nötiges* Bisschen abbekommt.

Es gibt noch so viel mehr Ideen, die man verfolgen kann. Schon allein, wenn man das Marketing von schönschräg betrachtet, könnte man vermuten, dass Bürger eigentlich ein kommunikativer Kreativer ist. Wenn all diese Möglichkeiten zusammenkommen, ist das der  Moment, wo Christian Bürger wie ein Entdecker wirkt. schönschräg scheint mir plötzlich wie eine Raumstation von der aus Ideen ins Rhein Main Gebiet in den Umlauf gebracht werden. Sternschnuppen purzeln hier in Wiesbaden auf’s Pflaster und Christian hebt sie auf und macht etwas daraus. Ganz eigen, ganz zusammen, ganz vernünftig, ganz weltfremd.

Christians Erfolgsfaktoren:

Er sucht sich immer wieder neue Inspiration und verfolgt seine Ideen

Er nimmt ernst, was er tut

Er hat Talent für die Themen, die er anpackt

Er ist authentisch anders und nutzt das für sich

Er ist einer von uns und will mit uns arbeiten