wir können auch anders - die schönschräge image-broschüre


Sonntagvormittag. Etwas versteckt, doch zentral in der Wiesbadener Innenstadt. Ein Friseurladen, der sich abhebt, weil er anders ist. Einzigartig in der Stadt. Haare machen, schöne Sachen. Wo sonst, wenn nicht dort, sollte man über dieses Konzept sprechen?  

Warum eigentlich der Name „schönschräg“?
Ich steckte damals noch mitten in der Planung für den Laden. Meine Mutter fragte mich, wie ich ihn mir überhaupt vorstellen würde. Ich sagte ihr: „Mein Laden muss anders sein, so richtig schön schräg! So kam das Kind zu seinem Namen. Bis heute bin ich absolut zufrieden damit. Am Anfang waren da nur eine Idee und der Wunsch, mich selbst zu verwirklichen. Und mit schönschräg ist mir das gelungen. Ein besonderes Konzept, verbunden mit viel Kreativität und ganz viel Optimismus. 

Was ist für dich schön?
Hm ... Was ist schön? Und wer legt das fest? Schönheit kommt ja bekanntlich von innen. Die Frisur ist für mich Teil des Ganzen. Sie sollte die positive Ausstrahlung unterstreichen und sie ist wichtig für das persönliche Wohlbefinden. Das ist für mich schön, wenn beides stimmt. 

Was ist an deinem Laden schräg?
Das haben mich schon viele gefragt. Mein Laden ist eben anders, kein Friseurladen im klassischen Sinn. Schräg ist eigentlich nur das Konzept. Nicht unsere Arbeit, die ist traditionelles Handwerk: Haare schneiden. Schräg ist doch alles, was eben vom „Normalen“ abweicht. Und: Wir können auch anders! 

Was ist denn so anders?
Wenn ich daran denke, wie wir angefangen haben: Der Laden war total bunt und trashig, aber arbeite mal neben fünf Kuckucksuhren, die alle einmal pro Stunde klingeln … Dagegen wirkt jetzt das Weiße, Cleane, kombiniert mit einfachem Sichtbeton, neutral und zeitlos. Dinge verändern sich eben, Mode und Trends sind ja schließlich auch vergänglich. Jetzt ist es hier viel heller und beruhigender. Wir können uns voll und ganz auf das Wesentliche, unsere Arbeit konzentrieren. 

Und was ist das Besondere an deinem Laden?
Mein Team! Acht tolle Menschen, die schönschräg zu dem gemacht haben, was es heute ist. 

So einfach?
In der Tat. Es ist eine bunte Mischung aus Individualisten. Jeder hat sein Spezialgebiet, und setzt sein Können perfekt ein. Und wir haben vor allem Spaß bei der Arbeit, den Blick, auf den es ankommt, und ein exzellentes Gespür für unsere Kunden. Wir nehmen uns nicht nur ausreichend Zeit, sondern können so auch viele Bereiche abdecken und dadurch die individuellen Wünsche unserer Kunden erfüllen. Das ist das Besondere an schönschräg. Das ist es, was unser Konzept letztendlich ausmacht.  

Was bedeutet das für den Laden?
Der Laden lebt dadurch und ist dynamisch. Wir schneiden ja nicht nur Haare, sondern kombinieren damit einzigartige Mode und ausgefallene Accessoires – alles Unikate, kleine Labels von lokalen Designern. Ja und natürlich unsere eigenen Sachen. Dadurch heben wir uns ab von der breiten Masse und bieten das gewisse Etwas für zu Hause und den Kleiderschrank. Ich möchte den Kunden mehr bieten, nicht nur einen guten Haarschnitt, sondern zusätzlich Außergewöhnliches.  

Ein eigenes Label?
Ja! 

Das heißt, du nähst jetzt auch in deiner Freizeit?
Nö, auf gar keinen Fall!

Wer denn dann?
Ich versuche, regionale Designer und Handwerker als Produzenten zu gewinnen, denn wenn es meinem Umfeld gut geht, geht es auch mir gut. Das hat ja schließlich auch viele Vorteile. Und es gibt so viele gute Leute, mit denen es Spaß macht zusammenzuarbeiten. 

Warum bist du Friseur geworden?
Eigentlich wollte ich das nie machen. Kreativ arbeiten war und ist meine Leidenschaft. Mir schwebte ein cooler Beruf wie Grafikdesigner vor. Irgendwann schleppte mich eine Bekannte mit auf eine Friseurmesse und von da an stand es fest: Ich werde Friseur! Dann ging alles ganz schnell. Ich habe die Ausbildung gemacht, in verschiedenen Läden gearbeitet und schließlich ganz klassisch die Meisterprüfung absolviert. Die letzte Station vor schönschräg war ein Friseurladen in Berlin, ich war da Geschäftsführer. Heute kann und will ich mir einen anderen Beruf gar nicht mehr vorstellen.  

Wie war das damals in Berlin?
Schön! Die Stadt hat Verständnis für das Außergewöhnliche. Das hat mir gut gefallen, nicht so wie Wiesbaden damals. Man kann sein Ding machen, ungezwungen sein. Dort gibt es ja noch mehr von meiner Sorte. Doch dann bekam ich schnell Heimweh nach meiner Familie und meinen Freunden. Berlin ist mir inzwischen zu schnell geworden. Ich mag es dann doch eher entspannt. 

Wie es jetzt ist, ist es also okay für dich?
Ja, sogar sehr. Ich fahre regelmäßig nach Berlin und in andere Metropolen, lasse mich inspirieren, gewinne neue Eindrücke und Ideen, genieße das Großstadtleben und komme dann jedes Mal gerne wieder nach Wiesbaden zurück. Hier fühle ich mich doch mehr zu Hause. 

Was tust du, wenn du mal keine Haare schneidest?
Puh. Viel. Nicht zu viel, aber doch eine ganze Menge. Langweilig ist mir jedenfalls nie. Mein Laden ist ja vielseitiger geworden im Laufe der letzten Jahre. Hier tummeln sich viele kreative Menschen: Eventagenturchefinnen, Schlagzeuger von Rockbands und Künstler. Wenn die schon alle hierher kommen, kann ich das doch nutzen, aus den Kontakten was machen, oder nicht? Es macht einfach Spaß, viele verschiedene Dinge mit anderen gemeinsam zu realisieren. Das ist mein Alltag. Das ist für mich normal.  

Was heißt für dich normal?
Ist etwas normal, nur weil alle es tun? Viele denken, dass ich anders bin, nur weil ich mit den Tattoos und meinem Style nicht so „normal“ aussehe. Doch eigentlich bin und fühle ich mich so. Wie jeder andere wahrscheinlich auch.

Verstehst du dich als Handwerker oder als Künstler?
Ich sehe mich mehr als Handwerker. Ich verbinde meine Kreativität mit der Tradition des Handwerks. Jeden einzelnen Kunden nehme ich als Ganzes wahr, beziehe sein Auftreten und das, was er ausstrahlt, mit ein. Das spielt bei der Auswahl einer Frisur die entscheidende Rolle. Ein Trend ist zwar wichtig, aber nicht alles. Unsere Kunden sollen auch nicht nur hier im schönschräg toll aussehen, sondern ihren Look selbst zu Hause kreieren können. Bringt ja nichts, wenn sie damit allein nicht klarkommen.

Was macht dich glücklich?

Zufriedene Kunden, die gerne wiederkommen.  

Habt ihr "den" typischen Kunden?
Nein, den gibt es hier nicht. Das Kundenspektrum ist so breit, jeder ist individuell. Da ist alles dabei, vom Beamten bis hin zum Punk. Und alle haben eines gemeinsam: Sie wollen einen guten Haarschnitt – oder eben die Klamotten oder ein Accessoire. 

Na das kann ja nicht so schwer sein, für jeden das Richtige zu finden!
Ist es aber. Es ist ja nicht so, dass ein Kunde reinkommt, seine Wunschfrisur beschreibt und wir anfangen zu schneiden. Unser Ziel ist nicht die Frisur als solche, sondern der perfekte Look! Den erarbeiten wir zusammen. Der Charakter muss sich im äußeren Erscheinungsbild irgendwie widerspiegeln. Das ist die Herausforderung! 

Und wie geht das?
Wenn ein Kunde den Laden betritt, versuche ich ihn möglichst vollständig wahrzunehmen: Wie bewegt er sich, wie verhält er sich? Ist der Klamottenstyle sportlich, klassisch oder progressiv? Dann gehe ich ins Detail und versuche im Gespräch herauszufinden, welche Erwartungen er hat. Dabei ist die Beratung das Wichtigste, nur so mache ich einen guten Job. 

Dein Wunsch für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass alles so weiterläuft, der Laden dynamisch bleibt und alle Kunden langfristig vom Konzept von schönschräg begeistert sind.


impressum

art direction, design
chris steurer
www.csteurer.com

bildkonzept, fotografie
christiane haid
www.christianehaid.de

interview
astrid vogel

lektorat
marion appelt
www.wortvollendet.de

danke für die freundliche unterstützung

hans conzen, hans conzen kosmetik Gmbh
daniel grossnick, druckerei graphic druck, www.graphic-druck.de

und herzlichsten dank an alle mitwirkenden! und mutti!

gerne könnt ihr euch ein exemplar im laden abholen!